Schwarzes Alpenschwein



Bis vor etwa 120 Jahren wurden im Alpenraum schwarze und gescheckte Landschweine gehalten, die sich an die jeweiligen lokalen Bedingungen angepasst hatten. Die Verbreitung „moderner“ Leistungsrassen und die Industrialisierung der Landwirtschaft führten dazu, dass viele der alten Rassen ausstarben. Auch die schwarzen Landschweinrassen galten als ausgestorben, 2013 wurde jedoch ein kleiner Restbestand des schwarzen Veltliner Schweines entdeckt. Gemeinsam mit Restbeständen des gescheckten Samolaco- und des gescheckten Südtiroler Schweins wurden sie zum Genpool „schwarzes Alpenschwein“ zusammengeführt. Anfang 2020 umfasste der Bestand der schwarzen Alpenschweine 172 Tiere in 55 Zuchtgruppen.


 



Der kurze Rumpf und die langen Beine machen die kleine bis mittelschwere Rasse zu einem trittsicheren, geländegängigen Tier. Vor Sonnenbrand schützt die schwarze Haut, während das Fell die Tiere auch bei Kälte und Regen warmhält. Neben den komplett schwarzen Tieren gibt es auch gescheckte und braun gestreifte Alpenschweine.

Die schwarzen Alpenschweine eignen sich hervorragend für die extensive Berglandhaltung. Speziell auch auf Rinderalpen waren Alpenschweine nützliche Begleiter, da sie abgenutzte Flächen wieder aufwerten konnten. Die schweren Rinder verdichteten den Boden der Weiden und beförderten mit ihrem Dung das Wachstum von Pflanzen wie Sauerampfer, die nicht von den Kühen gefressen wurden. Auf solchen Flächen konnte der Boden durch das Wühlen der Alpenschweine wieder aufgelockert werden, die gleichzeitig auch jene Pflanzen abfraßen, welche die Rinder verschmähten.

Durch die abwechslungs- und kräuterreiche Ernährung auf den Alpweiden erhält das Fleisch der schwarzen Alpenschweine einen besonderen Geschmack. Zudem sind die Tiere in dieser Haltungsform ständig in Bewegung, was die Marmorierung des Fleisches und damit den Geschmack verstärkt. Allerdings ist das auch ein Grund, warum die Alpenschweine aus der landwirtschaftlichen Schweinehaltung weitgehend verdrängt wurden. Die Vorliebe der Konsumenten entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehr hin zu magerem Fleisch ohne größere Fetteinlagerungen. Zudem ist das Wachstum der schwarzen Alpenschweine im Vergleich zu den Hochleistungsrassen wesentlich langsamer. Die Haltung der schwarzen Alpenschweine ist daher momentan nur dann wirtschaftlich rentabel, wenn das Fleisch über die Direktvermarkung an Kunden verkauft werden kann, die bereit sind, einen höheren Preis zu bezahlen. (Quelle:  Freilichtmuseum Glentleiten des Bezirks Oberbayern)

 

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